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2005 erlegten die Schweizer Jäger und Jägerinnen rund 8000 Rothirsche, 40'000 Rehe und 15'000 Gämsen. Laut der eidgenössischen Jagdstatistik 2005 haben sich die Bestände dieser Huftierarten mehrheitlich auf einem stabilen Niveau eingependelt; schweizweit wurde der Bestand im Jahr 2005 auf 26'000 Hirsche, 150'000 Rehe und 97'000 Gämsen geschätzt. Dies liegt für das Reh und die Gämse im Mittel der letzten 10 Jahre. Einzig für den Hirsch zeigt sich eine tendenziell leichte Bestandeserhöhung. Dies liegt vor allem daran, dass der Hirsch immer noch dabei ist, neuen Lebensraum zu besiedeln, insbesondere in der Zentralschweiz und im Jura.
Insgesamt ist die jagdliche Nutzung der Huftierbestände nachhaltig. Das heisst: Die Huftierpopulationen in der Schweiz werden nicht überbejagt und weisen eine ausgeglichene Alters- und Geschlechtsstruktur auf. Der Hauptgrund für diese nachhaltige Nutzung liegt in der guten Jagdplanung in den Kantonen. Wegweisend für diese Entwicklung zu einem modernen Wildtiermanagement war das Kreisschreiben 21 (siehe Kasten). Darin erliess der Bund vor 10 Jahren zuhanden der Kantone sowohl jagdliche wie auch forstliche Vorschriften. Das Ziel des Kreisschreibens 21 ist es, Jäger und Förster an einen Tisch zu bringen und ein Gleichgewicht zwischen Wald und Wild herzustellen.
Der eingeschlagene Weg hat sich bewährt: Die Bestandesregulierungen von Reh, Gams und Rothirsch erfolgen nun fast überall gemäss den empfohlenen Kriterien und auch forstliche Massnahmen zur Lebensraumaufwertung wurden breit durchgeführt. Die Wildbestände können so mehrheitlich auf einem stabilen Niveau gehalten werden und die Wildschäden sind vielerorts bedeutend zurückgegangen.
Jagdstatistik im Internet
In der eidgenössischen Jagdstatistik unter http://www.wildtier.ch/jagdst können von allen jagdbaren Wildtierarten Abschuss, Fallwild, Bestand (teilweise) und Schonzeiten gesamtschweizerisch und nach Kantonen abgerufen werden. Die Jagdstatistik gibt auch Auskunft über die Anzahl der Jäger und der Wildhüter oder über die Entwicklung der von Wildschweinen verursachten Schäden.
Spannungsfeld Wald und Wild
Wälder sind multifunktionale Ökosysteme, an die verschiedenste Ansprüche gestellt werden, etwa als Lebensraum für Wildtiere und Schutz vor Naturgefahren. Damit die Wälder diesen Schutz gewährleisten können, müssen sie sich kontinuierlich verjüngen können. Junge Bäumchen werden aber gerne vom Wild verbissen. seit längerer Zeit ist bekannt, dass bei der Waldverjüngung auch weiteren Faktoren - Licht, Wärme, Vegetationskonkurrenz, Wild etc. - eine bedeutende Rolle zukommt. Welches allerdings der Schlüsselfaktor ist, kann selten gesagt werden. So kann Verbiss durch Wild die Verjüngung durchaus entscheidend beeinflussen.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Waldverjüngung liegt insbesondere in einer naturnahen, reichen Strukturierung. Solche Wälder sind ,resistenter" in vielerlei Hinsicht und vermögen beispielsweise auch bei starkem Nutzungsdruck durch Wild erfolgreich neue Baumgenerationen zu bilden. Ziel des BAFU ist, die Wälder - insbesondere die empfindlichen Gebirgswälder mit ihrem hohen Anteil an Schutzwäldern - in diese Richtung zu steuern, so dass sie unsere verschiedenen Ansprüche (Lebensraum, Schutzfunktion, Erholung, Biodiversität) wenn immer möglich dauernd abdecken. Das Kreisschreiben 21 sowie die vom BAFU publizierte Wegleitung ,Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald (NaiS)" sind wichtige Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen.