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In der im Februar 2002 unterzeichneten Zielvereinbarung legten das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und auto-schweiz (Vereinigung der Schweizer Automobilimporteure) eine durchschnittliche Absenkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen um 3% pro Jahr fest. Bis ins Jahr 2008 soll so ein Wert von 6.4 l/100 km erreicht werden. Gemäss der heute veröffentlichten 11. Berichterstattung von auto-schweiz ist der durchschnittliche Treibstoffverbrauch im Jahr 2006 um lediglich 0.65% (2005: -1.98%) gesunken: Mit 7.62 l/100km (2005: 7.67 l/100km) wurde das Zwischenziel von 6.90 l/100 km für das Jahr 2006 somit um über 10% verfehlt. Das zwischen dem UVEK und auto-schweiz vereinbarte Reduktionsziel von 6.4 l/100 km bis 2008 kann unter diesen Voraussetzungen kaum mehr erreicht werden.
Schweizer bevorzugen schwere Autos
Lag im Jahr 1990 der Verbrauch eines 1'000 kg schweres Fahrzeug noch bei über 7.5 l/100 km, benötigt ein gleich schweres Auto heute nur noch 5.11 l/100 km. Trotz dieser grossen technischen Fortschritte in der Energieeffizienz sinkt der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der Neuwagenflotte nur mässig, da die höhere Effizienz durch die stetig steigende Nachfrage nach immer grösseren, leistungsstärkeren und schwereren Fahrzeugen (mehr Sicherheits- und Komfortausstattungen, grössere Motoren und Fahrzeugvolumen) kompensiert wird. Die Abweichung von den vereinbarten Reduktionszielen ist zu einem grossen Teil auf diesen Nachfragetrend zurückzuführen, der trotz zunehmendem Angebot an leichten, energieeffizienten Fahrzeugen anhält.
Das durchschnittliche Leergewicht aller neu verkauften Personenwagen ist gegenüber dem Vorjahr wiederum um 13 kg (2004: +16 kg) angestiegen. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990 hat das Leergewicht von durchschnittlich rund 1'200 kg auf 1'491 kg zugenommen, davon alleine 128 kg in den letzten 6 Jahren. 100 kg Mehrgewicht entsprechen einem Mehrverbrauch von rund einem halben Liter auf 100 km.
Hybrid- und Erdgasfahrzeuge im Vormarsch
Im Jahr 2006 wurden in der Schweiz insgesamt 269'421 Personenwagen neu zugelassen, wovon 265'482 (2005: 257'886) in der verkaufsbasierten Auswertung von auto-schweiz erfasst sind, darunter auch 2'159 Hybrid- und 1'090 bi- oder monovalente Erdgasfahrzeuge. Bei der Differenz handelt es sich primär um nicht erfasste Direkt- und Parallelimporte und um Fahrzeuge von Marken, die nicht dem Verband auto-schweiz angehören.
Der Dieselanteil an der Neuwagenflotte stieg nur noch wenig an und betrug 29.7% (2005: 28.8%).
CO2-Emissionen insgesamt leicht gesunken
Die durchschnittlichen CO2-Emissionen liegen bei 187 Gramm pro Kilometer und haben gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen (- 2 g/km bzw. -1.06%). Die Benzinfahrzeuge erreichen dabei einen Durchschnittswert von 190 g/km (2005: 193 g/km), die Dieselfahrzeuge 181 g/km (2005: 176 g/km). Gründe für den Anstieg beim Diesel sind das überproportional angestiegene Durchschnittsgewicht und der vermehrte Einsatz von Partikelfiltern.
Neue Instrumente zur Senkung des Treibstoffverbrauchs
Die Vereinbarung mit auto-schweiz und die energieEtikette für Personenwagen genügen nicht, um die CO2-Ziele des Bundes zu erfüllen. Auf Bundesebene wird deshalb zurzeit die Einführung von neuen Instrumenten geplant, die mittelfristig zu einer Senkung des Treibstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen des Individualverkehrs in der Schweiz beitragen sollen: