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Internationale Konjunktur
Trotz der seit Mitte Jahr deutlich gestiegenen konjunkturellen Risiken (Ausweitung der US-Hypothekenkrise auf die internationalen Kreditmärkte, massiver Anstieg der Ölpreise) expandierte die Weltwirtschaft im 3. Quartal 2007 nochmals kräftig. Allerdings lassen die Konjunkturindikatoren der letzten Monate für die Industrieländer im 4. Quartal 2007 eine deutliche Abschwächung erwarten. Für das Jahr 2008 ist von einer Wachstumsverlangsamung auszugehen, wobei die Weltkonjunktur den negativen Schock der internationalen Kreditkrise relativ glimpflich überstehen dürfte. Stützende Faktoren sind die gute Gewinn- und Bilanzsituation der Unternehmen (ausserhalb des Finanzsektors), das hohe Beschäftigungsniveau in vielen Ländern und die robusten Wachstumsimpulse seitens der Schwellenländer.
Gedämpft präsentiert sich der Konjunkturausblick vor allem für die USA, wo die Wirtschaft noch mehrere Quartale unter der Immobilienkrise leiden und der private Konsum deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren expandieren dürfte. Die US-Wirtschaft sollte jedoch eine Rezession vermeiden können und 2008 immerhin noch ein Wachstum von knapp 2% erreichen. Auch im Euroraum wird die Konjunktur 2008 merklich an Schwung verlieren, wobei das Wachstum dank robuster Binnennachfrage solide (im Bereich des Potenzialwachstums) bleiben dürfte.
Konjunkturprognose Schweiz
In der Schweiz hielt das lebhafte und breit abgestützte Wirtschaftswachstum im 3. Quartal 2007 mit einer Zunahme von 0,8% gegenüber dem Vorquartal (nicht annualisiert) an. Im Gegensatz zur Entwicklung in der EU haben sich die Stimmungsindikatoren in der Schweiz bis November gut behauptet. Angesichts der bis anhin guten Entwicklung im zweiten Halbjahr dürfte das BIP-Wachstum für das gesamte Jahr 2007 mit +2,8% sogar noch etwas höher ausfallen als bisher prognostiziert (+2,6%). Damit resultiert für die Aufschwungphase von 2004-2007 im Durchschnitt ein jährliches BIP-Wachstum von ca. 2,7% (verglichen mit +0,5% zwischen 2001 und 2003).
Allerdings wird sich auch die Schweizer Wirtschaft der sich abzeichnenden weltwirtschaftlichen Abkühlung nicht entziehen können. So dürften sich insbesondere bei den Exporten, aber auch bei den Ausrüstungsinvestitionen die bislang hohen Zuwächse 2008 spürbar verlangsamen. Für den privaten Konsum ist dank der guten Arbeitsmarktsituation hingegen eine weiterhin robuste Expansion zu erwarten. Insgesamt rechnet die Expertengruppe für 2008 unverändert mit einem BIP-Wachstum von 1,9%. Für 2009 wird ein Wachstum von 1,7% erwartet.
Die Zunahme der Beschäftigung (in Vollzeitäquivalenten) dürfte 2007 im Jahresdurchschnitt rund 2,5% betragen, was ca. 73'000 zusätzlichen vollzeitäquivalenten Beschäftigten zwischen Ende 2006 und Ende 2007 entspricht. Der Beschäftigungsaufbau wird weiter anhalten, im Verlauf von 2008 und 2009 konjunkturbedingt aber allmählich nachlassen (+1,5% im Jahresdurchschnitt 2008, +0,5% 2009). Der Rückgang der (saisonbereinigten) Arbeitslosenquote dürfte im Verlauf von 2008 auslaufen. Die Expertengruppe erwartet sowohl für 2008 als auch für 2009 im Jahresdurchschnitt eine Arbeitslosenquote von 2,5% (nach 2,8% für 2007).
Konjunkturrisiken
Die negativen Auswirkungen der Kreditkrise auf die Konjunktur weltweit und in der Schweiz sind nach wie vor schwer abzuschätzen. Mögliche Übertragungskanäle sind insbesondere restriktivere Kreditkonditionen seitens der Banken – Anzeichen hierfür gibt es bislang vor allem in den USA – sowie pessimistischere Erwartungen von Unternehmen und Konsumenten mit potenzieller Anpassung der Investitions-, Einstellungs- und Konsumpläne. Auch eine weitere Ausbreitung der Krise auf die Aktienmärkte ist nicht ausgeschlossen. Auf der anderen Seite haben jedoch einige Zentralbanken, vor allem die US-Notenbank, bereits mit einer Lockerung der Geldpolitik reagiert, was zu einer Entspannung an den Finanzmärkten beitragen könnte.
Die Inflationsgefahr erscheint trotz der in den letzten Monaten rohstoffpreisbedingt stark gestiegenen Teuerung als eher begrenzt. So gibt es bislang kaum Anzeichen für eine Ausbreitung der Teuerungsimpulse, und der intensive Wettbewerb auf vielen Märkten dürfte weiterhin preisdämpfend wirken. Die erwartete weltweite Konjunkturabkühlung wird darüber hinaus die Inflationsbefürchtungen auch abmildern und dürfte auch die Rohstoffpreishausse tendenziell bremsen. In der Schweiz sollte die Konsumteuerung 2008 mit 1,6% zwar deutlich höher als 2007 (+0,7%) ausfallen, sich bei nach wie vor niedriger Kerninflation aber 2009 wieder auf 1% zurückbilden.
* Die Expertengruppe des Bundes publiziert viermal pro Jahr eine Prognose der konjunkturellen Entwicklung in der Schweiz. Die aktuelle Prognose vom Dezember 2007 wird in dieser Pressemitteilung kommentiert. Die «Konjunkturtendenzen», eine vierteljährliche Publikation des SECO, erscheinen in gedruckter Form als Beilage der Februar-, April-, Juli-, und Oktobernummern der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» (www.dievolkswirtschaft.ch). Sie sind auch im Internet (http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00375/00381/index.html?lang=de) als pdf-Datei abrufbar.