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Weder aus theoretischen Überlegungen noch aus praktischer Erfahrung war bislang ausreichend bekannt, ob und wie Bildungsgutscheine das Bildungsverhalten verändern. Auch fehlten Kenntnisse darüber, unter welchen Bedingungen eine staatliche Weiterbildungsfinanzierung wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoll sein kann.
Die heute in Bern an einer Medienkonferenz präsentierten Resultate des Feldversuches „Weiterbildung und Bildungsgutscheine“ weisen erstmals nach, dass Gutscheine die Weiterbildungsbeteiligung erfolgreich steigern können. Dies auch bei Personengruppen, die der Bildung sonst eher fern stehen. Belegt wurde auch, dass ein finanzieller Anreiz – was die Beteiligungsquote an Weiterbildung anbelangt – als Instrument deutlich entscheidender ist als eine Weiterbildungsberatung.
Staatliches Engagement nur für klar definierte Zielgruppe
Für die Bildungspolitik empfiehlt Prof. Dr. Stefan Wolter, Projektleiter und Autor der Studie, eine öffentliche Finanzierung von Weiterbildung – falls überhaupt – nur für eine sehr eng umschriebene Zielgruppe. Denn die Studienergebnisse machen deutlich, dass ein flächendeckender Einsatz von Gutscheinen ökonomisch betrachtet weder effektiv noch effizient wäre. Der Gutscheinversuch zeigt einerseits, dass sogenannte Mitnahmeeffekte bei besser gebildeten Personen nur in einem von drei Fällen zu einer Weiterbildung führen, die nicht auch sonst stattgefunden hätte. Andererseits lassen sich für die Personen, die ihren Gutschein für Weiterbildung eingesetzt haben – zumindest kurzfristig – keine positiven Arbeitsmarkteffekte beobachten. Dass eine öffentliche Investition auch einen adäquaten Nutzen für Staat und Gesellschaft stiftet, lässt sich somit nicht feststellen.