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Eine neue Studie des Bundesamts für Umwelt BAFU gibt erstmals einen umfassenden Überblick zum Wiederbeschaffungswert der Umweltinfrastruktur in der Schweiz und zum berechneten durchschnittlichen Finanzbedarf für den Erhalt ihrer Funktionsfähigkeit. Der Wiederbeschaffungswert entspricht den Kosten, die anfallen würden, wenn man die bestehende Infrastruktur heute neu erstellen müsste. Die Autoren schätzen diesen Wert für alle öffentlichen Bauten und Anlagen im Umweltbereich auf rund 180 Mrd. CHF. Zählt man zusätzlich private Umweltinfrastrukturen (z.B. Erdbebensicherung, Wasser/Abwasser-Hausanschlüsse, privater Hochwasserschutz) hinzu, steigt dieser Wert auf rund 320 Mrd. CHF. Der Wert der Umweltinfrastruktur ist damit in der Grössenordnung vergleichbar mit dem geschätzten Wert der Strasseninfrastruktur und beträgt ein Mehrfaches der Schienen- oder Telekommunikationsinfrastruktur.
Der Wert der Umweltinfrastruktur wurde für die folgenden Bereiche berechnet:
Hoher Nutzen der öffentlichen Umweltinfrastruktur
Die Umweltinfrastruktur gehört zu den wichtigsten Infrastrukturen einer Volkwirtschaft und trägt dazu bei, dass Wirtschafts- und Gesellschaftssystem effizient funktionieren können. Die laufende Erneuerung und Anpassung der Umweltinfrastruktur ist insbesondere auch für die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung entscheidend. Um die Umweltinfrastruktur der öffentlichen Hand über die Zeit in ihrer Funktionsfähigkeit zu erhalten (nur Werterhalt, ohne Betriebskosten) ergibt sich ein theoretischer jährlicher Finanzbedarf von 2,7 Mrd. CHF. Der effektive Finanzbedarf in einem bestimmten Jahr kann stark davon abweichen, da bei vielen Umweltinfrastrukturen Erneuerungs- oder Ersatzinvestitionen nur in Abständen von mehreren Jahren oder gar Jahrzehnten nötig sind. Wenn zum jetzigen Zeitpunkt Investitionen ausbleiben, steigen einerseits die Risiken (z. B. beim Hochwasserschutz) und sind andererseits künftig höhere Kosten zu erwarten.
Grosse Herausforderungen für die Zukunft
Die vorliegende Studie liefert einen wichtigen Beitrag, um vorausschauend Entwicklungen bei der Erhaltung der Umweltinfrastruktur richtig einzuordnen. Die künftige Finanzierung zur Erneuerung und zum Ausbau der Umweltinfrastruktur stellt denn auch eine grosse Herausforderung für Bund, Kantone und Gemeinden dar. Der hohe Erneuerungsbedarf zeigt sich am deutlichsten bei Bauten und Anlagen zum Schutz vor Naturgefahren. Gemäss Berechnung wurden zwischen 1970 und 2006 jährlich rund 240 Mio. CHF weniger investiert, als für die Werterhaltung nötig gewesen wäre. Das Parlament hat bereits reagiert und die Mittel für die nächsten Jahre erhöht. Im Rahmen eines laufenden Projekts zur Finanzierung der Gefahrenprävention werden derzeit zusätzliche Finanzierungsquellen geprüft um den steigenden Bedarf längerfristig zu decken. In anderen Bereichen ist es wichtig, den Handlungsbedarf frühzeitig zu erkennen (z. B. Wasserversorgung).