Beginn Inhaltsbereich
Klimawandel: kleines Zeitfenster für Trendwende
Klimawissenschaftler weisen darauf hin, dass nur noch ein kleines Zeitfenster von 10 bis 20 Jahren offen steht, um eine markante Trendwende in den globalen Treibhausgasemissionen zu realisieren. Gelingt dies nicht, wird das Weltklima wahrscheinlich auf längere Zeit destabilisiert. Dies würde
UNO-Weltklimakonferenz in Kopenhagen
In Kopenhagen wollen vom 7. bis 18. Dezember 2009 die fast 200 Unterzeichnerstaaten die UNO-Klimakonvention weiterentwickeln und ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschieden. In der Konvention koordinieren Industrie- und Entwicklungsländer ihre Anstrengungen zum Klimaschutz (Verringerung des klimaschädigenden Treibhausgasausstosses) und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Im Kyoto-Folgeabkommen sollen sich Industrie- und Schwellenländer gemäss ihren Möglichkeiten zu konkreten Reduktionszielen verpflichten und sich auf die Mittel verständigen, die zur Erreichung der Ziele nötig sind. Das Abkommen von Kopenhagen soll zudem einen Rahmen bilden für Anpassungsmassnahmen, eine Finanzarchitektur für die Anpassungs- und Vermeidungsmassnahmen skizzieren und Wege aufzeigen, wie klimaverträgliche Technologien zugänglich gemacht werden sollen.
CO2-Gesetz-Revision in der Schweiz
Rund die Hälfte des Energiebedarfs der Schweiz wird zur Deckung des Wärmeenergiebedarfs in Gebäuden aufgewendet. In nach besten Standards gebauten Gebäuden kann der Verbrauch fossiler Energieträger mehr als halbiert werden. Heute verursacht der Gebäudepark in der Schweiz insgesamt 40 Prozent des CO2-Austosses.
In der CO2-Gesetz-Revision hat der Bundesrat ein Reduktionsziel von 20 Prozent der Emissionen bis zum Jahr 2020 vorgeschlagen, ausgehend von 1990. Wenn andere Länder mitziehen, will sich die Schweiz sogar zu 30 Prozent Reduktion verpflichten.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss in den Gebäudebestand investiert werden. Die Perspektiven des Bundesamtes für Umwelt BAFU gehen davon aus, dass die Massnahmen im Gebäudesektor insgesamt mehr als die Hälfte der Reduktion bewirken, die bis 2020 im Inland angestrebt wird.
Gebäudeprogramm
Im Hinblick auf den dringenden klimapolitischen Handlungsbedarf hat das Parlament das grosse Reduktionspotenzial im Gebäudebereich anerkannt und will bereits ab 2010 CO2-wirksame Massnahmen bei bestehenden Gebäuden fördern. Die eidgenössischen Räte haben am 12. Juni 2009 eine Teilrevision des CO2-Gesetzes beschlossen und wollen während 10 Jahren maximal 200 Millionen CHF aus der CO2-Abgabe für die Finanzierung von klimawirksamen Massnahmen im Gebäudebereich einsetzen.
Von den teilzweckgebundenen Geldern fliesst der grössere Teil in die Sanierung von Gebäudehüllen (Wärmedämmung von Dach, Wand, Boden und Decke sowie Fensterersatz). Die finanziellen Mittel werden über eine Programmvereinbarung mit den Kantonen ausgerichtet. Dabei soll eine harmonisierte Umsetzung in den Kantonen gewährleistet werden.
Maximal ein Drittel der zweckgebundenen Mittel wird für die Förderung von erneuerbaren Energien, der Abwärmenutzung und der Gebäudetechnik zur Verfügung gestellt. Diese Finanzhilfen werden mittels Globalbeiträgen gemäss dem Energiegesetz ausgerichtet und können maximal so hoch sein wie die für den gleichen Zweck eingestellten kantonalen Mittel.
Holz als klimafreundlicher Baustoff
Klimafreundlichkeit ist aber nicht eine Frage der Energie, sondern auch der Baustoffe. Hier kann die Schweiz auf den nachwachsenden Rohstoff Holz zugreifen, der das Etikett ,klimaneutral" tatsächlich verdient, denn ein Baum hat während seines Wachstum soviel CO2 aufgenommen, wie er im Zuge der Nutzung am Ende wieder freisetzt.
Wichtig ist, dass diese Nutzung so nachhaltig wie möglich organisiert wird, am besten in Form einer Kaskade: Zuerst dient das Holz als Baumaterial, später wird es als Holzwerkstoff wiederverwertet und irgendwann einmal noch energetisch genutzt.
Der Bund fördert mit dem Aktionsplan Holz diese Entwicklung und zeigt an seiner Veranstaltung vom 27. November 2009 im Rahmen der Hausbau- und Energiemesse in Bern einige erstaunliche Beispiele von Gewerbe- und Dienstleistungsbauten in Holz.