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Leuenberger zur Strassensicherheit: ,Das grösste Risiko ist immer noch der Mensch"

Bern, 19.11.2009 - An der von UNO und WHO organisierten ersten weltweiten Strassenverkehrssicherheitskonferenz in Moskau leitete Bundesrat Leuenberger eine der drei Gesprächsrunden des Eröffnungstages. Da in den nächsten Jahren weltweit mit einem massiven Anstieg der Anzahl der Toten und Verletzten zu rechnen ist, plädierte Leuenberger in seinem Eröffnungsvotum dafür, sowohl mit Aufklärung und Erziehung, aber auch durch Kontrolle und harte Sanktionen Einfluss auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer zu nehmen.

Um das Thema Verkehrssicherheit weltweit auf die politische Agenda zu bringen, wurde in Moskau die erste globale Ministerkonferenz zum Thema  Strassenverkehrssicherheit durchgeführt. Für die nächsten Jahre rechnet die UNO mit einem massiven Anstieg von bis zu 60 Prozent der Anzahl Toter und Schwerverletzer im Strassenverkehr. Bereits heute sterben jährlich rund 1,3 Millionen Menschen in Unfällen auf der Strasse.

Verkehrsdelikte sind keine Kavaliersdelikte

Die Schweiz weist zusammen mit den skandinavischen Staaten im Strassenverkehr die tiefsten Zahlen von Toten und Schwerverletzten aus. Auf Schweizer Strassen gab es 2008 357 Tote und 4780 Schwerverletzte - 1971 waren es noch mehr als vier Mal so viele, obwohl das Verkehrsaufkommen viel geringer war. Entsprechend legte Verkehrsminister Moritz Leuenberger in seinem Referat dar, mit welchen Massnahmen ein solch hoher Sicherheitsstandard erreicht werden kann. Der wichtigste Unfallfaktor im Strassenverkehr ist der Mensch. Deshalb braucht es vor allem Massnahmen, mit denen eine nachhaltige Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer im Strassenverkehr erwirkt werden kann. Darauf zielt ja auch das Schweizer Aktionsprogramm via sicura ab.

Einerseits seien, so Leuenberger, Aufklärungskampagnen und Verkehrserziehung sehr wichtig, doch vermöchten sie gegen die PR Kampagnen der Automobilindustrie, welchen an Potenz- und Geschwindigkeitsgelüste appellieren, oft wenig auszurichten. "Was bewirkt schon eine gut gemeinte Aufklärungskampagne gegen ein Autorennen in einem James Bond Film?" Deshalb könne aber nicht auf scharfe Sanktionen bei schweren Widerhandlungen verzichtet werden: ,Nur dann ändert sich auch die Moral, das heisst die innere Einstellung zum Autofahren". Seit die Schweizer Gerichte das Fahren in angetrunkenem Zustand viel härter ahndeten, gelte es nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern werde als kriminelle Handlung geächtet.

Auch technische Möglichkeiten nutzen

Darüber hinaus könne die Sicherheit aber auch durch Verbesserungen bei der Infrastruktur und durch technische Errungenschaften erreicht werden. Als Beispiele nannte Leuenberger den Bau von Kreiseln anstelle von Kreuzungen und die Installation von Mittelleitplanken, um Frontalkollisionen zu verhindern.

Bundesrat Leuenberger wünschte sich mehr internationalen Erfahrungsaustausch und forderte, die Sicherheit im Strassenverkehr sei - ähnlich wie im Luft- und im Bahnverkehr - international besser zu koordinieren und zu regulieren.

An der Konferenz wurde von allen Teilnehmern die Moskau-Deklaration angenommen, mit der eine Dekade für Verkehrssicherheit ausgerufen wird.

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