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Der Schutz und die Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden sind für Unternehmen einerseits gesetzliche Pflicht. Andererseits verleihen die Kosten, die durch krankheitsbedingte Beeinträchtigungen und Absenzen verursacht werden, dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auch eine betriebswirtschaftliche Dimension. Neueste Schätzungen von Gesundheitsförderung Schweiz gehen von jährlichen Kosten für arbeitsbedingte Absenzen in der Schweiz von rund fünf Milliarden Schweizer Franken aus.
Die fast 40 Symposien mit Referenten aus bedeutenden nationalen und internationalen Unternehmen deckten ein breites Spektrum von theoretischen und praktischen Aspekten des betrieblichen Gesundheitsmanagements ab. Die einhellige Erkenntnis aller Veranstaltungen ist, dass betriebliches Gesundheitsmanagement nur dann erfolgreich sein kann, wenn es in die Gesamtorganisation des Unternehmens eingebettet ist. Um seine Wirkung zu entfalten braucht es eine systematische Herangehensweise, und die Verankerung im Führungsverhalten des Managements. Elisabeth Conne-Perréard, Arbeitsinspektionsärztin des Kantonalen Amtes für Arbeitsinspektion und Arbeitsbeziehungen in Genf (OCIRT), betont ebenfalls die Wichtigkeit einer gesamtunternehmerischen Herangehensweise: „Nur weil die Wirkung eines systematischen Gesundheitsmanagements schwer in Zahlen und Fakten nachzuweisen ist, darf seine überaus positive Wirkung auf den Unternehmenserfolg nicht unterschätzt werden. Dieser Einfluss macht Gesundheitsförderung zu einer Managementaufgabe.“
Einen weiteren elementaren Baustein für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung im Unternehmen nennt Franz Netta, Vizepräsident Human Resources der Bertelsmann AG in Deutschland: „Das Führungsverhalten von Unternehmensleitung und Vorgesetzten ist mit das wichtigste Element der betrieblichen Gesundheitsförderung.“ Eine von Bertelsmann durchgeführte Befragung von mehr als 80'000 Mitarbeitenden weltweit zeigt klar, dass sich vor allem eine aktive Informationspolitik sowie ein hoher Autonomiegrad positiv auf die Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken.
Engagement zahlt sich aus
Unternehmen mit einem effizienten betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren auf der ganzen Linie: Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden steigt genauso wie Arbeitszufriedenheit und Motivation. Das zahlt sich langfristig aus, denn in einem guten Betriebsklima und mit fairen Arbeitsbedingungen laufen Prozesse und die Kommunikation zwischen Management und Mitarbeitenden schneller und besser ab. Die Innovationskraft der Beschäftigten nimmt zu, ebenso ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. In der Folge sinken sowohl die krankheitsbedingten Absenzen als auch die Fluktuation. Die Produktivität und Qualität nehmen zu, während die Kosten sinken.
Auch in der Schweiz hat betriebliches Gesundheitsmanagement an Bedeutung gewonnen. Zukunftsgerichtete Unternehmen haben erkannt, dass sich die Investitionen in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden auszahlen. Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt und fördert durch zahlreiche Programme und Kooperationen Unternehmen bei der Einführung eines effektiven betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mit dem anerkannten Label «Friendly Work Space» hat Gesundheitsförderung Schweiz in Zusammenarbeit mit mehreren Schweizer Unternehmen ein Qualitätssiegel für vorbildliche betriebliche Gesundheitsförderung geschaffen. Bis heute haben 16 Unternehmen die Auszeichnung erhalten.
Gesundheitsförderung Schweiz
Gesundheitsförderung Schweiz ist eine Stiftung, die von Kantonen und Versicherern getragen wird. Mit gesetzlichem Auftrag initiiert, koordiniert und evaluiert sie Massnahmen zur Förderung der Gesundheit (Krankenversicherungsgesetz, Art. 19). Die Stiftung unterliegt der Kontrolle des Bundes. Oberstes Entscheidungsorgan ist der Stiftungsrat. Die Geschäftsstelle besteht aus Büros in Bern und Lausanne. Jede Person in der Schweiz leistet einen jährlichen Beitrag von CHF 2.40 zugunsten von Gesundheitsförderung Schweiz, der von den Krankenversicherern eingezogen wird.
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Der Bereich «Arbeitsbedingungen» ist die Fachstelle des Bundes für:
Er gehört zur Direktion für Arbeit und ist damit Teil des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, dem für Wirtschaftsfragen zuständigen Bundesamt im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD. Die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz stehen im Brennpunkt der vielfältigen Aktivitäten des Bereichs.