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Ziel des Klimadialogs vom 2. und 3. September 2010 in Genf war es, bei den eingeladenen Ländern ein Bewusstsein zu schaffen für die Herausforderungen in der Finanzierung der Massnahmen gegen den Klimawandel. Zudem sollten Lösungsansätze diskutiert werden mit dem Ziel, die formellen Klimaverhandlungen im Rahmen der UNO-Klimakonvention positiv zu beeinflussen.
Der Schweizer Umweltminister Moritz Leuenberger und die mexikanische Aussenministerin Patricia Espinosa leiteten die informelle Diskussion und zogen am Freitag, 3. September 2010, eine mehrheitlich positive Bilanz. „Wir haben offen und oft auch ausserhalb traditioneller Verhandlungspositionen diskutiert, gemeinsam nachgedacht und so unser Verständnis der Probleme und möglicher Lösungsansätze geschärft", sagte Leuenberger. Gemäss Leuenberger herrschte Konsens, dass es zur Langfristfinanzierung im Klimabereich einen Fonds braucht. Es war nicht geplant, in Genf Entscheidungen zu treffen. Moritz Leuenberger bezeichnete die Konferenz dennoch „als Erfolg, weil hier neue Ideen diskutiert wurden und die anwesenden Ministerinnen und Minister in gegenseitigem Vertrauen zusammengearbeitet haben". Dieses Vetrauen war gemäss Leuenberger nach der Klimakonferenz von Kopenhagen angeschlagen und muss erst wieder aufgebaut werden.
Für Patricia Espinosa, welche der kommenden Weltklimakonferenz in Cancùn vorsitzen wird, war das informelle Treffen in Genf eine wichtiger Meilenstein zur Vorbereitung von Cancùn. Der Klimadialog habe klar gemacht, wie notwendig eine tragfähige Finanzierungslösung ist: „Die Finanzen sind eine der zentralen Fragen für eine Lösung im Klimabereich", sagte Espinosa.
Am Klimadialog teilgenommen hat auch Christiana Figueres, die Generalsekretärin der UNO-Klimakonvention. Sie bedankte sich bei der Schweiz und Mexiko für die Organisation des Klimadialogs und betonte, dass die Finanzfrage einer der wichtigen Pfeiler im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen ist. Gemäss Figueres zeigte der Genfer Klimadialog, dass Transparenz ein entscheidendes Element sein wird, damit das Vertrauen in die internationale Klimapolitik nach der Konferenz von Kopenhagen wieder hergestellt werden kann.
Ab 2020 werden jährlich 100 Milliarden US-Dollar benötigt
Zur Vermeidung eines weiteren Klimawandels und zur Bewältigung der bereits spürbaren Folgen, sollen gemäss der Übereinkunft von Kopenhagen (Copenhagen Accord) ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar in einem Klimafonds bereitgestellt werden. An den Diskussionen in Genf wurde unter anderem erörtert, wie ein solcher Fonds ausgestaltet sein könnte, aus welchen Mitteln er gespiesen wird (öffentliche und private Quellen) und wie die Übersicht und die Koordination der verschiedenen Geldflüsse im Klimabereich sichergestellt werden können.
Die Schweiz und Mexiko hatten das informelle Treffen in Genf organisiert, um ausserhalb der formellen Klimaverhandlungen einen Raum zu schaffen, die entscheidende Frage der Klimafinanzierung zu diskutieren und das Vertrauen nach der Weltklimakonferenz von Kopenhagen wieder herzustellen, welche die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte. Das Genfer Klimatreffen war von Anfang an darauf ausgerichtet, den Dialog zu ermöglichen, jedoch keine Entscheide zu fällen. An den Gesprächen beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus 46 repräsentativ zusammengesetzten Ländern und der EU. 20 Länder waren auf Ministerstufe vertreten.