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Am 5. Juli 2012 erfolgte der Start der Ariane Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Mit an Bord war der Wettersatellit MSG-3, der nun in eine geostationäre Umlaufbahn auf 36‘000 km über dem Äquator gebracht und im Anschluss an seine Positionierung justiert und ausführlich getestet wird. Die ersten Daten werden ca. ab Oktober 2012 verfügbar sein. Ab Januar 2013 soll MSG-3 unter dem Namen Meteosat-10 den vollständigen Betrieb aufnehmen.
MSG-3 ist der dritte europäische Wettersatellit der zweiten Generation und wird seine Vorgänger Meteosat-8 (MSG-1, gestartet in 2002) und Meteosat-9 (MSG-2, gestartet in 2005) ablösen. Seit Inbetriebnahme dieser zweiten Generation von Wettersatelliten haben sich neue Möglichkeiten für die Beobachtung der Erdoberfläche und Erdatmosphäre eröffnet, die für viele Alltagsbereiche von grossem Nutzen sind. Die hohe zeitliche Auflösung von 15 Minuten erlaubt es, Bewegungen von Wolkenfeldern genau zu verfolgen, und daraus die entsprechenden Windfelder abzuleiten. Genauere Wetterprognosen können auf diese Weise erzielt werden. Ebenfalls ist durch die Satelliten der zweiten Generation die Kontinuität der langjährigen Beobachtungen gewährleistet, was für klimatologische Anwendungen von grossem Wert ist. Die europäischen Wettersatelliten leisten somit einen erheblichen Beitrag zur Beobachtung des Klimawandels und zur systematischen Umweltüberwachung. Zusätzlich verfügen die MSG-Satelliten über ein Instrument, welches Notrufsignale erfassen und umgehend an eine geeignete Bodenstation weiterleiten kann.
Internationale Kooperation
Die europäischen Wettersatelliten werden von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt und von EUMETSAT betrieben. Beide Organisationen beruhen auf einer Kooperation europäischer Länder. Die Gesamtkosten der zweiten Generation von Wettersatelliten (4 Satelliten, einschliesslich Bodeninstallationen) betragen ca. 2.64 Mia Franken. Als Mitglied von EUMETSAT hat die Schweiz die vollen Nutzungsrechte an den europäischen Wettersatelliten, wobei der Kostenanteil der Schweiz knapp 3% beträgt. Die Schweiz profitiert zudem als Forschungs- und Industriepartner von technisch-wissenschaftlichen Synergien auf internationalem Niveau.
In der Schweiz ist das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz für EUMETSAT und das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) für ESA zuständig. Die Erdbeobachtung aus dem All zu Gunsten von Mensch und Umwelt in der Schweiz hat für MeteoSchweiz und das SBF hohe Priorität.
EUMETSAT: EUMETSAT ist eine europäische operationelle Agentur mit 26 Mitgliedstaaten (inkl. Schweiz) und fünf kooperierenden Staaten mit Hauptsitz in Darmstadt. Die Aufgaben umfassen den Betrieb operationeller meteorologischer Satelliten sowie die Bereitstellung von Satellitendaten und Diensten im Bereich Wettervorhersage und Klimaüberwachung.
ESA: Die ESA mit Hauptsitz in Paris wurde 1975 als zwischenstaatliche Organisation ins Leben gerufen, mit der Schweiz als Gründungsmitglied. Aktuell gehören der ESA 19 Mitgliedsstaaten an, wobei mit weiteren Staaten Kooperationsvereinbarungen gelten. Die ESA hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der europäischen Staaten auf dem Gebiet der Weltraumforschung und -technologie zu friedlichen Zwecken sicherzustellen.