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In seiner Eröffnungsrede beschrieb Bundesrat Didier Burkhalter, Vorsteher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten, seine Vorstellungen der aussenpolitischen Entwicklung in den kommenden zehn Jahren. Weiterhin werde die Schweiz auf ihre bewährten Grundsätze setzen: Neutralität, Universalität der Beziehungen und rechtsstaatliche Prinzipien. In der globalisierten und interdependenten Welt von heute wirkten jedoch immer mehr Einflüsse auf die Schweiz ein. „Eine beschleunigte tektonische Bewegung scheint die globale Geopolitik und die Weltwirtschaft ergriffen zu haben“, sagte Burkhalter und betonte, die Schweiz werde in den kommenden Jahren vertieft auf vier Schwerpunkte setzen: Pflege und Ausbau der Beziehungen zu den Nachbarländern, Fortsetzung und Erneuerung des bilateralen Wegs mit der EU, Förderung der Stabilität in der Welt durch die Entwicklungszusammenarbeit und Ausbau der gezielten Partnerschaften, vor allem mit den aufstrebenden Schwellenländern und in der multilateralen Kooperation.
Die Schweiz müsse sich auch künftig solidarisch zeigen und ihren Teil der Verantwortung für die Zukunft des Planeten leisten, erklärte der EDA-Vorsteher weiter. Als kleines Land müsse sie aber ein besonderes Engagement zeigen, einen spezifischen Mehrwert aufweisen und immer einen Schritt voraus sein, um ihren Einfluss und Handlungsspielraum erweitern zu können. „Die Schweiz hat keine andere Wahl als hervorragend zu sein“, so Burkhalter.
Am zweiten Tag der Botschafterkonferenz wird Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Vorsteherin des Eidg. Finanzdepartments EFD, in einer Rede das Motto ihres Präsidialjahres „Jetzt für die Zukunft“ mit dem Thema der Konferenz „Die Schweiz in der Welt - Vision 2022“ verknüpfen. Sie wird dazu aufrufen, Entscheidungen und Handeln konsequent auf die Zukunft auszurichten und den Nachhaltigkeitsgedanken auch in der Interessenwahrung gegenüber dem Ausland umzusetzen.
Die Botschafterkonferenz dauert bis 22. August. Gut 230 Vertreterinnen und Vertreter der Schweiz im Ausland sind für die Konferenz angemeldet. Die jährliche Veranstaltung gibt den Botschafterinnen und Botschaftern, Generalkonsulinnen und Generalkonsuln sowie Leiterinnen und Leitern der Kooperationsbüros der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) Gelegenheit, sich über Aktualitäten und wichtige Geschäfte der Schweizer Aussenpolitik auszutauschen und mit Vertretern anderer Bundesstellen zu diskutieren. Die zahlreichen Plenardiskussionen und Arbeitsgruppen beziehen sich auf das Hauptthema der Konferenz, nämlich die Entwicklung in den kommenden zehn Jahren. Sie umfassen Bereiche wie beispielsweise Zusammenarbeit mit den Nachbarländern, Entwicklungshilfe und Menschenrechte in fragilem Umfeld, die Beziehungen zur EU und strategische Partnerschaften.
Wie sieht die „Vision 2022“ der jungen EDA-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter aus? An einem Panelgespräch werden vier jüngere Diplomatinnen und Diplomaten über Ihre Erwartungen und Vorstellungen zur Aussenpolitik der kommenden zehn Jahre, zu den Herausforderungen und der Schweizer Position in der Welt diskutieren.
Wie in den vorangegangenen Jahren werden in Bern erneut Mitglieder des Bundesrats an einzelnen Workshops auftreten. Vorgesehen ist die Teilnahme von Doris Leuthard (Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK), Ueli Maurer (Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS), Simonetta Sommaruga (Eidg. Justiz- und Polizeidepartement EJPD), Johann Schneider-Ammann (Eidg. Volkswirtschaftsdepartement EVD) und Alain Berset (Eidg. Departement des Innern EDI). Auch Bundeskanzlerin Corina Casanova wird einen Workshop mitgestalten.