Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie aber bitte einen moder
Beginn Inhaltsbereich
Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente im Einsatz gegen mikrobielle Infektionen sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin. Ihr Einsatz kann jedoch gleichzeitig zur Bildung von Resistenzen führen, die eine erfolgreiche Therapie erschweren oder gar verunmöglichen können. Deshalb werden in der Schweiz Antibiotikaresistenzen bei Nutztieren seit 2006 überwacht und Daten über den Vertrieb von Antibiotika erhoben.
Entwicklung bei den Resistenzen
2011 hat sich die Resistenzsituation im Vergleich zum Vorjahr bei den meisten untersuchten Bakterien nicht wesentlich verändert.
Die standardisierte Erhebung der Resistenzdaten bei gesunden Schlachttieren liefert eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Massnahmen zur Wahrung der Tiergesundheit und der Lebensmittelsicherheit in der Schweiz und ermöglicht neben der Überwachung der Resistenzen auch einen Vergleich mit der Resistenzsituation beim Menschen und der Lage in anderen Ländern.
Verkaufszahlen
Erneut ist eine Abnahme der Gesamtmengen zu beobachten. Diese nahmen im Vergleich zum Jahr 2010 um 5,1% ab, im Vergleich zu 2008 sogar um 14%. Mengenmässig am meisten verkaufte Antibiotika sind nach wie vor Sulfonamide. Penicilline stehen erstmals vor den Tetracyclinen an zweiter Stelle. Der Anteil der Arzneimittelvormischungen an den Gesamtmengen lag 2011 bei 65 % und damit in derselben Grössenordnung wie in den Vorjahren.
Die bereits letztes Jahr festgestellte stete Zunahme bei den Cephalosporinen hält auch dieses Jahr an. Besonders ausgeprägt ist sie bei den Präparaten zur Behandlung von Mastitiden bei Milchkühen. Hier beträgt die Zunahme über die letzten 6 Jahre betrachtet 71%.
Handlungsbedarf
Die Ausbreitung von multiresistenten Keimen wie MRSA oder ESBL- produzierenden Enterobakterien, die auch beim Menschen in zunehmendem Masse gefunden werden und nur noch mit wenigen Reserveantibiotika behandelbar sind, bereitet weltweit Sorge. Es gilt also, dafür zu sorgen, dass durch den Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin deren Wirksamkeit in der Humanmedizin nicht beeinträchtigt wird und gleichzeitig unter dem Aspekt des Tierwohls die gezielte Behandlung von Tieren mit Antibiotika weiterhin möglich ist. Diese Zielsetzung wurde in einem Strategiepapier des BVET verankert und ein Aktionsplan für die nächsten Jahre zusammengestellt. Weitere Informationen unter www.bvet.admin.ch.
Der Schweizer Zoonosenbericht 2011 erschienen
Anfang September ist der Schweizer Zoonosenbericht 2011 erschienen. Er informiert über das aktuelle Auftreten und die Ausbreitung von einigen wichtigen Zoonosen (Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übergehen können) und über die Bedeutung entsprechender überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen in der Schweiz, wie z.B über die Überwachung der Antibiotikaresistenzen. Der Bericht kann bestellt werden unter www.bvet.admin.ch