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„Die ganze Welt ist ein gemeinsames Vaterland". Das sagte Erasmus von Rotterdam. Er hat die Mobilität gelebt, um die es im Bildungsprogramm geht, das seinen klingenden Namen trägt.
Erasmus sah weite Teile der damals gezeichneten Weltkarte mit eigenen Augen: In den Niederlanden 1469 geboren, studierte er in Paris. Dann zog er nach England. Anschliessend pendelte er zwischen Frankreich, dem Burgund, England, den Niederlanden, Italien und der Schweiz.
Erasmus von Rotterdam war eine Art Weltenbürger. Und das an der Schwelle zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert. Er war einer, der über das eigene Gärtchen hinausging. Und hinausschaute. Und vor allem hinausdachte. Er war einer, der alle Facetten seiner Aufenthaltsorte aufnahm, studierte und reflektierte. Ohne diese gegeneinander auszuspielen oder zu werten. Und hätten die ersten Fahrten in die sogenannt neue Welt nicht ausschliesslich den Zielen „Gold, Eroberung, Ruhm, Bekehrung" gegolten, Erasmus von Rotterdam wäre wohl neugierig an Bord einer schwankenden Karavelle gegangen. Denn er wollte zeitlebens lernen, weiter lernen.
Darum ist „Erasmus" - die Kurzform für EuRopean Action Scheme for the Mobility of University Students - der ideale Name für das europäische Bildungsprogramm, dessen 25-jähriges Jubiläum wir heute begehen. Seit dem Start des Programms profitierten europaweit rund drei Millionen junge Menschen davon. Ich freue mich über das Erasmus-Programm und dessen Jubiläum zu sprechen.
Bildung macht uns Menschen aus. Wissen verleiht uns Persönlichkeit, Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein. Dank unserer Bildung entwickeln wir Eigenverantwortung für unser Handeln und tragen so zu einer sozialen, gerechten und friedlichen Gesellschaft bei. Zu Recht ist daher der Zugang zu Bildung ein Menschenrecht. Die Grundbildung soll kostenlos sein. Und bei uns ist das gottlob auch der Fall.
„Bildung als persönliches Gut" oder „Bildung als öffentliches Gut"? Sie kennen diese Diskussion. Aber braucht es diese Unterscheidung überhaupt? Schliesslich lernen wir immer für uns. Aber gleichzeitig dient unser Wissen, unser Können, auch den andern.
Depuis 2011, notre pays participe à nouveau officiellement aux programmes européens d'éducation. La demande est en constante augmentation. Pour la seule année 2011-2012, ce sont ainsi 2 400 étudiants et 330 enseignants et autres employés des hautes écoles suisses qui ont profité du programme Erasmus.
On oublie souvent que grâce à Erasmus, c'est aussi la collaboration des hautes écoles et la reconnaissance mutuelle des diplômes qui ont été améliorées. Or ce sont là deux conditions essentielles pour garantir une mobilité optimale.
Je tiens donc à remercier les hautes écoles de toute l'Europe, de s'être, bien avant Bologne, engagées pour promouvoir le décloisonnement des systèmes d'éducation nationaux. Un grand merci notamment aux hautes écoles suisses qui ont su établir les échanges européens malgré le non à l'EEE en 1992.
Bien sûr, il arrive qu'Erasmus et les autres programmes européens d'éducation se heurtent au scepticisme. On entend parfois qu'un échange, c'est du temps perdu. Que rien ne prouve que l'expérience en matière de mobilité augmente les chances de trouver un emploi. Qu'il n'y aurait aucun contrôle de la qualité digne de ce nom. Et enfin : que la fuite des cerveaux ne doit pas être encouragée par l'Etat.
Les gouvernements européens à l'origine du programme Erasmus ont pensé à cet aspect, et à bien d'autres encore. Et je sais qu'ils ne regrettent pas leur engagement.
De tels investissements dans la formation n'engendrent certes aucun profit direct. Mais la théorie sur le capital nous apprend que les détours de production peuvent s'avérer très rentables à long terme. Et cela vaut tout particulièrement pour le capital « formation ».
Je vous parle en connaissance de cause puisque, dans le cadre de mon doctorat, j'ai eu la chance d'étudier une année à Hambourg, en Allemagne. Il ne s'agissait pas d'un programme Erasmus, certes, mais cette expérience me permet aujourd'hui de mesurer la juste valeur d'un séjour estudiantin dans un autre pays. Au-delà du perfectionnement académique, la confrontation à l'autre est une école de vie unique.
Quant aux connaissances linguistiques, nouvelles ou rafraîchies, elles permettent évidemment de mieux se comprendre. C'est vrai qu'on peut aussi apprendre une langue à la maison ; mais pour apprendre une autre culture, il faut y être plongé complètement et ce, pendant un certain temps. Enfin, il ne faut pas oublier l'apprentissage de l'autonomie et de la flexibilité, qui sont deux compétences majeures dans une société aux mutations toujours plus rapides.
Vous voyez, ce ne sont pas les raisons qui manquent pour justifier les sept millions de francs que les hautes écoles suisses reçoivent chaque année pour leurs activités Erasmus.
Der Bundesrat will die Schweiz als Standort für Bildung etablieren. Grundvoraussetzungen dafür sind ein umfassendes Beziehungsnetz und gute Qualität, um Talente anzuziehen. Erasmus trägt bedeutend zur Realisierung dieser Vision bei.
Positiv ist zudem, dass das Erasmus-Programm stark auf die Chancengleichheit fokussiert und benachteiligten Personen spezielle Aufmerksamkeit schenkt. Das führt uns wieder zurück zum weitgereisten Gelehrten aus Rotterdam. Erasmus von Rotterdam war ein eigentlicher Vorreiter in Sachen Chancengleichheit.
„Wie ein Sattel nicht zum Ochsen, so passt die Bildung nicht zur Frau". Oder: „Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" - solche Worte legt Erasmus in einem seiner Werke dem Abt Antronius in den Mund. Und kritisiert damit damalige elitäre und weltfremde Ansichten über den Zugang zu Bildung.
Dabei haben wir selbst, fast 500 Jahre später, noch Hausaufgaben zu machen bezüglich „Chancengleichheit der Geschlechter" und „Chancengleichheit für alle Bevölkerungsschichten". Gelegenheit, diese Fragen anzugehen, haben wir dieser Tage: Im Rahmen der laufenden Debatten um faire, system- und sozialverträgliche Studiengebühren. Studiengebühren dürfen nicht so hoch sein, dass sie verhindern, dass weniger begüterte junge Menschen studieren können.
Ich komme zum Schluss. Bleiben wir wie der Weltenbürger Erasmus von Rotterdam in Körper und Geist mobil. In der Überzeugung, dass wir über Grenzen, Kulturen, Sprachen und Glaubensrichtungen hinweg voneinander lernen können. In der Überzeugung, dass die Bildung des Einzelnen ein Gewinn für die Gemeinschaft ist. In der Überzeugung: „Die ganze Welt ist ein gemeinsames Vaterland"!
Ich kann Ihnen versichern, der Bund will mithelfen, dass das Erasmusprogramm erfolgreich bleibt.