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Lungengängiger Feinstaub entsteht bei der Verbrennung von Dieseltreibstoff. Feinstaubpartikel resultieren aber auch aus Brems- oder Beschleunigungsmanövern, bei denen Reifen, Bremsen und Strassenbeläge abgerieben werden, oder wenn vorbeifahrende Autos Staub von der Strasse aufwirbeln. Über diese Emissionen aus Abrieb und Aufwirbelung existierten bis-lang erst grobe Schätzungen. Im Projekt „Verifikation von PM10-Emissionsfaktoren des Strassenverkehrs“ haben die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) und das Paul Scherrer Institut (PSI) nun erhoben, welchen Beitrag Dieselverbrennung und Fahrprozesse an die gesamtschweizerischen Feinstaubemissionen leisten.
Laut dieser Untersuchung emittiert der Strassenverkehr jährlich insgesamt rund 4500 Tonnen Feinstaub. Dabei ist der Beitrag aus Abrieb und Aufwirbelung bei den meisten Verkehrssituationen mengenmässig höher als jener der Auspuffemissionen. Für die Gesundheit besonders gefährlich sind jedoch die gut 1800 Tonnen Krebs erregender Dieselruss, der in Form von feinen Staubpartikeln tief in die Lungen eindringt. Lastwagen produzieren wesentlich höhere PM10-Emissionen pro Kilometer als Personenwagen, sowohl was Russ angeht als auch bei Abrieb und Aufwirbelung.
Die ermittelte jährliche Gesamtmenge an Feinstaub-Emissionen aus dem Strassenverkehr liegt rund ein Viertel unter einer ersten Schätzung des BUWAL aus dem Jahre 2001 (siehe Publikationen). Dies, weil die Emissionsfaktoren (PM10-Emission pro Kilometer) für Abrieb und Aufwirbelung kleiner sind als bisher angenommen. Der Anteil des Verkehrs (Schiene, Strasse und übriger Verkehr) macht etwas weniger als einen Drittel der gesamten Feinstaubemissionen aus. Dabei sind die Emissionen des Strassenverkehrs etwa vier mal höher als diejenigen des Schienenverkehrs. Zusätzlich belastet der Strassenverkehr die Luft mit gasförmigen Schadstoffen, die erst in der Luft zu Feinstaub umgewandelt werden. Dieser indirekt gebildete Feinstaub war nicht Gegenstand des Forschungsprojektes.
Als wichtige Massnahme gegen die vielerorts überschrittenen Feinstaub-Grenzwerte müssten alle dieselbetriebenen Fahrzeuge serienmässig mit Partikelfiltern ausgerüstet werden, die den Dieselruss aus dem Abgas entfernen. Richtiger Reifendruck und ein geringeres Fahrzeuggewicht dürften die Emission von Feinstaub aus Abriebprozessen vermindern. Da beschädigte Fahrbahnen zu deutlich höheren PM10-Emissionen führen, ist zudem ein guter Strassenunterhalt wichtig. Weil die PM10-Emissionen direkt mit dem Verkehrsaufkommen zusammenhängen, sind Massnahmen zur Verminderung der Verkehrsströme zu begrüssen.
Die Forschungsergebnisse der EMPA und des PSI basieren auf mehrjährigen Schadstoffmessungen entlang verschiedener Strassen mit unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten. Dabei wurde die Schadstoffbelastung direkt an der Strasse verglichen mit derjenigen an einem nahegelegenen Hintergrundstandort. Durch das gewählte Mess- und Auswertungskonzept liessen sich die Emissionsfaktoren von lungengängigem Staub aus dem Auspuff sowie aus Abrieb und Aufwirbelung getrennt erheben, und es konnte zwischen Personen- und Lastwagen unterschieden werden.
Das Forschungsprojekt liefert wichtige Erkenntnisse insbesondere betreffend Abriebs- und Aufwirbelungsemissionen des Strassenverkehrs. Zusammen mit den bestehenden Grundlagen über die Emissionen von Krebs erregendem Dieselruss sind sie die Basis für gezielte Massnahmen zur Reduktion der gesundheitsschädigenden PM10-Belastung in der Luft.