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Häufiger Nordwind verantwortlich für Südanflüge 2008 auf Flughafen Basel-Mülhausen

Bern, 07.04.2009 - Die 8,9 Prozent Südanflüge 2008 auf den Flughafen Basel-Mülhausen sind vor allem auf die überdurchschnittlichen Wetterlagen mit Nordwind zurückzuführen. Ein Teil der Landungen hätte jedoch ohne das Instrumentenlandesystem (ILS) aufgrund der Wetterbedingungen nicht von Süden her erfolgen können. Dies hat eine vertiefte Analyse der Luftfahrtbehörden der Schweiz und Frankreichs ergeben. Die französische Seite hat inzwischen Massnahmen zur Optimierung des ILS-Betriebs ergriffen.

Im Dezember 2007 hatte der Flughafen Basel-Mülhausen ein Instrumentenlandesystem (ILS) für die Südpiste 33 (vormals 34) in Betrieb genommen. Es ersetzte ein Verfahren, bei dem die Piloten kurz vor der Landung eine Kurve nach Sicht fliegen mussten. Durch die genaue Führung der Flugzeuge in der Endphase ermöglicht ein ILS Anflüge auch bei schlechter Sicht und erhöht generell die Sicherheit. Südanflüge in Basel-Mülhausen sind dann erforderlich, wenn der Nordwind die kritische Stärke für Landungen aus Norden überschreitet.

2008, dem ersten Betriebsjahr des ILS 33, machten die Südanflüge 8,9 Prozent der Landungen auf dem Flughafen Basel-Mülhausen aus. Wie im Abkommen zur Benutzung des ILS 33 festgelegt, haben das BAZL und die französische Luftfahrtbehörde eine vertiefte Analyse der Gründe vorgenommen. Eine solche ist vorgesehen, wenn die Südlandungen am Ende eines Jahres über 8 Prozent liegen. Wird pro Kalenderjahr der Wert von 10 Prozent überschritten, müssen die Luftfahrtbehörden der beiden Länder Gespräche aufnehmen, um Massnahmen zu treffen, die den Anteil der Südlandungen wieder unter diese Marke bringen.

In ihrer Analyse zur Benutzung des ILS 33 im vergangenen Jahr kommen die beiden Luftfahrtbehörden zum Schluss, dass die 8,9 Prozent Südanflüge hauptsächlich auf häufige Nordwindlagen zurückzuführen waren. So betrug 2008 der Anteil der Winde aus nördlicher Richtung (Nordost bis Nordwest) 44,3 Prozent. In den beiden Vorjahren war dieser Wert 1,9 respektive 2,4 Prozent tiefer gewesen. Mit 8,9 Prozent haben die Südlandungen 2008 seit der Jahrtausendwende den höchsten Wert erreicht. Die Anzahl Anflüge hingegen lag mit 2988 tiefer als in den Jahren 2001 und 2002, als 3340 respektive 3460 Flugzeuge von Süden her landeten. Dieser Umstand spiegelt das geringere Verkehrsaufkommen auf dem Flughafen Basel-Mülhausen in den letzten Jahren wider.

Einen Einfluss auf den Anteil der Südanflüge hat auch das ILS 33 selber gehabt. Während mit dem alten Verfahren bei starkem Nordwind und zusätzlich schlechter Sicht keine Anflüge von Süden möglich waren, erlaubt das ILS in diesen Situationen nun eine sichere Landung. 2008 fanden bei derartigen Wetterverhältnissen 360 Anflüge auf das ILS 33 statt, was rund
1 Prozent der gesamten Landungen in Basel-Mülhausen ausmachte. Ohne das ILS hätten diese Landungen aus Sicherheitsgründen nicht von Süden erfolgen können.

Das BAZL hatte im Verlauf des letzten Jahres zweimal bei der französischen Flugsicherung nachgeprüft, ob sie das Abkommen zur Benutzung des ILS 33 einhält. Beide Male konnten sich die Experten des BAZL überzeugen, dass die Fluglotsen nur Südanflüge durchführen liessen, wenn die erforderlichen Windwerte gegeben waren. Gestützt auf internationale Empfehlungen erfolgt der Wechsel auf Südlandungen, wenn der durchschnittliche Rückenwind mehr als 5 Knoten beträgt. Bei dieser Windstärke treten erfahrungsgemäss Böenspitzen von bis zu 10 Knoten auf.

Obwohl laut Abkommen eine vertiefte Analyse der 2008 durchgeführten Südanflüge genügen würde, haben die beiden Parteien auf Anregung des BAZL Möglichkeiten geprüft, den Betrieb des ILS 33 zu optimieren. Die französische Seite hat inzwischen entsprechende Massnahmen eingeleitet. So hat sie Anpassungen am Informatiksystem in Auftrag gegeben, das die Fluglotsen mit Wetter- und technischen Informationen bei der Pistenwahl unterstützt. Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr zeigten, dass das System zu sensibel auf Windwechsel reagierte und dem Lotsen nicht im erwünschten Mass als Entscheidhilfe dienen konnte. Die Modifikationen sollten bis Ende Jahr implementiert sein.

Seit Anfang Februar sind zudem die ILS sowohl auf die Nord- wie auch auf die Südpiste gleichzeitig aktiviert. Dadurch kann die Flugsicherung flexibler und rascher auf Windwechsel reagieren. Zuvor hatte sie die Landesysteme jeweils nur aktiviert, wenn tatsächlich Anflüge darauf erfolgten. Die beiden Massnahmen sollen auch mithelfen, den für Südanflüge erforderlichen Luftraum besser zu bewirtschaften, das heisst zielgerichteter zu aktivieren oder deaktiveren.

Das BAZL begrüsst die von der französischen Seite getroffenen Massnahmen, liegt ihm doch daran, alle Mittel auszuschöpfen, um den Anteil der Südanflüge so gering wie möglich zu halten. Das Amt hatte das ILS aus Sicherheitsgründen stets befürwortet, damit jedoch gleichzeitig die Erwartung verbunden, dass die Südanflüge von Wetterentwicklungen abgesehen nicht zunehmen. Das BAZL wird den Einsatz des ILS 33 weiterhin aufmerksam verfolgen.

Herausgeber:

Bundesamt für Zivilluftfahrt
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