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Lehrstellenkonferenz 2011: Massnahmen zur Erhöhung der beruflichen Mobiliät

Bern, 25.11.2011 - Die globalisierte Arbeitswelt stellt die Berufsbildung vor neue Herausforderungen. Dabei entwickelt sich die berufliche Mobilität zu einem Schlüsselfaktor für die Arbeitsmarktfähigkeit von Arbeitnehmenden und für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen. Die von Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann am Freitag in Solothurn einberufene 7. Lehrstellenkonferenz will Lernenden bereits während der beruflichen Grundbildung die berufliche Mobilität erleichtern und sie so noch besser auf den Arbeitsmarkt vorbereiten.

Auf dem globalisierten Arbeitsmarkt gewinnt die berufliche Mobilität an Bedeutung. Die Anforderungen an Arbeitnehmende sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Vermehrt werden eine gute Ausbildung, Berufserfahrung und eine kontinuierliche Weiter- bzw. Höherqualifizierung verlangt. Dies bestätigen auch die heute publizierten Resultate des Berufseinstiegsbarometers 2011 der Universität Zürich. Daneben ist die Mehrsprachigkeit im Arbeitsalltag angesichts internationaler Märkte und Geschäftspartner ein zentrales Instrument geworden. Mit nachhaltigen Massnahmen in den Bereichen Mobilitäts- und Fremdsprachenförderung wollen Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt in den Jahren 2012-2016 die Attraktivität der Berufsbildung steigern und den Bedarf an qualifizierten Fachkräften für die Wirtschaft sichern. Zwei umfassende Umsetzungskonzepte mit klaren Zielvorgaben sollen bis zur Lehrstellenkonferenz 2012 vorliegen.

Im Rahmen der Mobilitätsaktivitäten sollen bestehende Möglichkeiten und Angebote – beispielsweise das EU-Rahmenprogramm für lebenslanges Lernen (LLP) – bekannter gemacht werden. Auch gilt es, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Branchen, Unternehmen, Bildungsinstitutionen, Schulen oder andere Akteure Projekte im In- und Ausland vermehrt nutzen und durchführen können. Um die Teilnehmendenzahlen im LLP-Teilprogramm "Leonardo da Vinci" zu steigern, führt der Bund 2012 einen nationalen Appell durch. Ziel ist es, das jährlich für die Berufsbildung zur Verfügung stehende Finanzvolumen von rund drei Mio. CHF optimal einzusetzen.

Beim Fremdsprachenunterricht sollen im Rahmen von Reformen der beruflichen Grundbildung die gesetzlichen Grundlagen zur Förderung der Mehrsprachigkeit besser ausgeschöpft werden. Ziel ist, dass bis 2016 in möglichst vielen Berufen eine zweite Sprache unterrichtet wird. Auch soll an den Berufsfachschulen für ein adäquates Angebot an sprachlichen Freikursen gesorgt werden.

Die Verbundpartner sind überzeugt, dass eine nachhaltige Steigerung der beruflichen Mobilität die  Berufsbildung stärkt und damit insbesondere auch für Leistungsstarke attraktiv bleibt. Dies ist umso wichtiger, als der demographisch bedingte Rückgang der Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine zunehmende Konkurrenz zwischen den Bildungsgängen zur Folge hat.

Parallel zu den verabschiedeten Zielsetzungen hinsichtlich beruflicher Mobilität bekräftigen Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt, bestehende Massnahmen im Bereich Lehrstellenmarkt weiterzuführen. Basierend auf dem heute publizieren Lehrstellenbarometer liegt ein Schwergewicht weiterhin bei der Integration Jugendlicher in die Berufsbildung. Erklärtes Ziel bleibt es, die Abschlussquote aller 25-Jährigen auf Sekundarstufe II von heute 90 auf 95 Prozent zu erhöhen. Andererseits werden laufende Bestrebungen, leistungsstarke Jungendliche für die Berufsbildung zu gewinnen, weiter verstärkt.

Im Anschluss an die nationale Lehrstellenkonferenz standen am Nachmittag junge Berufsleute im Rampenlicht, die hervorragende Leistungen erbracht haben. Im Rahmen eines Festakts ehrte Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT, die Teilnehmenden der Berufsweltmeisterschaften und die Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner der Berufs-Schweizermeisterschaften 2011.

Lehrstellenbarometer: Lehrstellenangebot nimmt zu

Wie die Tendenz der April-Erhebung bereits vermuten liess, hat das Lehrstellenangebot im August 2011 weiter zugenommen. Dies bestätigen die Zahlen des heute an der Lehrstellenkonferenz in Solothurn präsentierten Lehrstellenbarometers. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Unternehmen sowohl mehr Lehrstellen angeboten (+ 3'500) als auch vergeben (+ 4'000). Die Zahl der offen gebliebenen Lehrstellen ist von 7'000 im Jahr 2010 auf 6'500 gesunken.

Per August 2011 vergaben die Unternehmen 87‘000 Lehrstellen (2010: 83'000). Weitere 6'500 Ausbildungsplätze (2010: 7'000) waren am Stichtag 31. August 2011 noch offen. Die Betriebe hoffen, davon 2'000 noch besetzen zu können. Das gesamte Angebot hat mit 93'500 Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr um 3'500 Stellen zugenommen. Damit ist es noch vor dem Höchstangebot von 90'000 Ausbildungsplätzen im Jahr 2010 das umfangreichste seit dem Jahr 2000 (79'500).

Von den 147'000 Jugendlichen (2010: 149'000), die 2011 vor der Ausbildungswahl standen, sind rund 72'500 (2010: 73'500) in eine berufliche Grundbildung eingetreten. 96 Prozent geben an,  zumindest eine vorübergehende Lösung gefunden zu haben. 4 Prozent (2010: 5 Prozent) bezeichnen sich als arbeitslos bzw. ohne Beschäftigung. Dies sind hochgerechnet rund 6'000 Personen (2010: 8'000).

Die "Warteschlange" – Jugendliche, die für 2012 eine Lehrstelle suchen oder bereits eine Zusage haben – ist im Vergleich zum Vorjahr von 20'500 auf 17'500 gesunken (2009: 21'000, 2008: 21'500).

Ein ausreichendes und attraktives Lehrstellenangebot ist für Gesellschaft und Wirtschaft von grosser Bedeutung. Um den Lehrstellenmarkt stabil zu halten, haben die Verbundpartner in den letzten Jahren auf diversen Ebenen laufend Massnahmen ergriffen und das vorhandene Instrumentarium überprüft. Diese Praxis soll auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gezielt weitergeführt werden. Insbesondere sollen Investitionen in die Berufsbildung nicht kurzfristigen Renditeüberlegungen zum Opfer fallen.

Berufseinstiegsbarometer: Berufliche Grundbildung erleichtert Eintritt in Arbeitsmarkt

Gemäss Ergebnissen des Berufseinstiegsbarometer 2011 ist die Bedeutung der beruflichen Grundbildung auf dem Arbeitsmarkt unverändert hoch. Die Abschlüsse bieten einen starken Schutz vor Arbeitslosigkeit und eröffnen Wege zu weiterführenden Bildungsangeboten. Das Beobachtungsinstrument des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich, das auf der Analyse von Stelleninseraten beruht, zeigt auch, dass das Stellenangebot der Unternehmen sich immer weiter in Richtung höhere Qualifikationsniveaus verschiebt. Aus- und Weiterbildung sowie Berufserfahrung gewinnen für den Arbeitsmarkterfolg von Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Grundbildung zunehmend an Bedeutung. Die Stossrichtung bestehender arbeitsmarktlicher Massnahmen für Berufseinsteiger, die diesen helfen, Praxiserfahrung zu sammeln oder sich auf geeignete Weise weiterzubilden, erweisen sich als richtig und zweckmässig.

Der Berufseinstiegsbarometer wurde im Auftrag des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT) in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 2010 erstmals erstellt. Er ermöglicht, Veränderungen in Angebot und Nachfrage der ersten Arbeitsstellen nach der beruflichen Grundbildung zu überwachen, und erscheint jährlich im Herbst.

Herausgeber:

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
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