US-Zölle: Bundesrat setzt die Gespräche mit den USA fort
Bern, 07.08.2025 — Der Bundesrat hat am 7. August 2025 die Anwendung der Zusatzzölle von 39 Prozent auf von der Schweiz in die USA eingeführten Gütern zur Kenntnis genommen. Er bleibt fest entschlossen, die Gespräche mit den USA fortzusetzen, um so rasch wie möglich eine Senkung dieser zusätzlichen Zölle auf Schweizer Güter zu erreichen. Zu diesem Zweck steht er weiterhin mit den amerikanischen Behörden und den betroffenen Wirtschaftsbranchen in Kontakt. Er wird zudem in Kürze mögliche Entlastungen für Unternehmen vertieft diskutieren und den weiteren wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf laufend prüfen.
Die Reise von Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Bundesrat Guy Parmelin am 5. und 6. August 2025 in die USA hat ergeben, dass die Gespräche mit den USA weitergeführt werden.
Der Bundesrat ist weiterhin entschlossen, mit den Vereinigten Staaten eine Lösung zu suchen, um die seit dem 7. August 2025 geltenden zusätzlichen Zölle von 39 Prozent so rasch wie möglich abzubauen.
Rund 60 Prozent aller Schweizer Exporte in die USA sind seit dem 7. August 2025 von Zusatzzöllen in der Höhe von 39 Prozent betroffen. Damit verhängen die USA deutlich höhere Zusatzzölle gegen die Schweiz als gegen andere strukturell vergleichbare Wirtschaftspartner der USA (EU: 15 %, Vereinigtes Königreich: 10 %, Japan: 15 %).
Der Bundesrat begrüsst die hervorragende Zusammenarbeit aller betroffenen Wirtschaftskreise in dieser Angelegenheit.
Weitere Verhandlungen mit den USA
Der Bundesrat ist nach wie vor der Ansicht, dass ein Handelskonflikt nicht im Interesse der Schweiz ist. Gegenmassnahmen in Form von Gegenzöllen als Reaktion auf die Erhöhung der US-Zölle sind derzeit nicht vorgesehen. Diese würden zu Mehrkosten für die Schweizer Wirtschaft führen, insbesondere durch eine Verteuerung von Importen aus den USA.
Der Bundesrat wird sich weiterhin für eine Diversifizierung der Handelsbeziehungen mit möglichst vielen internationalen Partnern einsetzen.
Konjunkturrisiken und Handlungsbedarf für den Schweizer Wirtschaftsstandort
In ihrer am 16. Juni 2025 veröffentlichten Prognose rechnete die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes für die Jahre 2025 und 2026 mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Wachstum der Schweizer Wirtschaft. Die nun von den USA erhobenen Zusatzzölle stellen eine erhebliche Belastung für die Schweizer Exportwirtschaft dar. Rund 18 Prozent der schweizerischen Warenexporte gehen in die USA, wovon etwa 60 Prozent von den US-Zusatzzöllen betroffen sind. Sollten diese Zusatzzölle über eine längere Zeit in Kraft bleiben, dürfte sich die Konjunktur weniger günstig entwickeln als im Juni prognostiziert. Einzelne Branchen und Unternehmen werden deutlich stärker betroffen sein als andere.
Mit den Kurzarbeitsentschädigungen (KAE) liegt ein bewährtes Instrument vor, um die Arbeitsplätze bei vorübergehenden und unvermeidbaren Arbeitsausfällen zu erhalten. Unternehmen können auch auf KAE zurückgreifen, wenn sie direkt oder indirekt von den neuen Zöllen betroffen sind. Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, über das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Bereich der KAE rasch umsetzbare Massnahmen wie administrative Erleichterungen für Unternehmen bei den Abwicklungen und Auszahlungen zu prüfen. Des Weiteren haben die zuständigen Kommissionen beider Räte einer parlamentarischen Initiative zugestimmt, welche die Höchstbezugsdauer der KAE innerhalb einer Rahmenfrist von 24 Monaten von heute 18 Monate auf 24 Monate verlängern möchte. Damit sollen die Unternehmen mehr Zeit erhalten, um sich an die neue Marksituation anzupassen. Der Bundesrat wird dazu in Kürze Stellung nehmen und dabei die jüngsten Entwicklungen berücksichtigen. Die zuständige Kommission sieht ein dringliches Bundesgesetz und eine Beratung in der Herbstsession vor.
Auch im Bereich der Exportförderung werden die Sofortmassnahmen von Switzerland Global Enterprise (S-GE), wie der Helpdesk und ein verstärktes Informationsangebot zur aktuellen Entwicklung über Webinare, fortgesetzt. Zusätzliche Massnahmen werden geprüft.
Der Bundesrat will ausserdem bei anstehenden Vorlagen und bestehenden Regulierungen seinen Handlungsspielraum konsequent nutzen, um die Unternehmen zu entlasten. Entsprechende Arbeiten bei den Departementen laufen, wobei auch Anliegen der betroffenen Kreise geprüft werden. Der Bundesrat wird diese Diskussion in Kürze vertiefen.
Links:
US Customs and Border Protection (Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA): www.cbp.gov/trade