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MedienmitteilungVeröffentlicht am 30. Oktober 2025

Fürsorgerische Zwangsmassnahmen: Bundesrat Beat Jans eröffnet die Wanderausstellung

Lausanne, 30.10.2025 — Am 30. Oktober 2025 hat Bundesrat Beat Jans im Musée Historique de Lausanne die Wanderausstellung «Versorgt, verdingt vergessen? Geschichte(n) von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz» eröffnet. Die Ausstellung beleuchtet ein dunkles Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte und gibt Betroffenen eine Stimme. Bis 2028 tourt sie durch verschiedene Städte in der Schweiz.

Hunderttausende Kinder und Erwachsene waren bis 1981 von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen. Wer als arm galt oder gesellschaftlichen Normen nicht entsprach, wurde in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht, in der Landwirtschaft verdingt oder in Anstalten eingewiesen. Der Staat hat den Betroffenen und ihren Angehörigen grundlegende Rechte verwehrt. Sie waren oft der Willkür von Behörden und Privaten sowie Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Erst in den Jahren 2010 und 2013 hat der Bundesrat die Betroffenen offiziell um Entschuldigung für das erlittene Unrecht gebeten. Damit begann ein umfassender Prozess der Aufarbeitung und Wiedergutmachung. Dieser dauert bis heute an.

Wissen vermitteln und Erinnerung weitergeben

Zur Aufarbeitung gehören zahlreiche Projekte, die Wissen vermitteln und Erinnerungen weitergeben sollen. Die Geschichte darf nicht vergessen gehen – dies auch mit dem Ziel, dass sich das Unrecht nicht wiederholt. Ein wichtiger Meilenstein ist die Ausstellung zur Geschichte von Fürsorge und Zwang, die vom Bundesamt für Justiz (BJ) in Auftrag gegeben wurde. Bundesrat Beat Jans hat die Ausstellung heute im Musée Historique de Lausanne eröffnet. «Wir können das Leid und Unrecht nicht ungeschehen machen. Aber wir können es sichtbar machen und anerkennen. Und wir können – müssen! – dafür sorgen, dass es nie wieder passiert. Diese Ausstellung leistet dazu einen wichtigen Beitrag.»

Die Ausstellung richtet sich an die breite Bevölkerung. Sie bietet einen vielschichtigen persönlichen und zugleich wissenschaftlich fundierten Zugang zu diesem dunklen Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte. Zugleich schafft sie Raum zum Nachdenken und beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Zwang.

Die Ausstellung im Musée Historique de Lausanne wird bis zum 15. März 2026 zu sehen sein. Anschliessend wird sie in Luzern, Schaffhausen, Bellinzona und Bern gastieren.

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Rede von Bundesrat Beat Jans