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MedienmitteilungVeröffentlicht am 29. Oktober 2025

Zweite Hochrechnung 2025 bestätigt Finanzierungsdefizit

Bern, 29.10.2025 — Der Bundesrat hat am 29. Oktober 2025 die aktuelle Hochrechnung per Ende September zur Kenntnis genommen. Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Finanzierungsdefizit von 0,6 Milliarden Franken. Das erwartete Defizit dürfte damit um 0,4 Milliarden grösser ausfallen als in der Juni-Hochrechnung prognostiziert. Gegenüber dem ursprünglich budgetierten Ergebnis ist das Defizit aber kleiner.

Auf Basis der Zahlen bis Ende September rechnet der Bund für 2025 mit einem Finanzierungsdefizit von 0,6 Milliarden Franken. Budgetiert war ein Defizit von 0,8 Milliarden. Die leichte Verbesserung gegenüber dem Voranschlag ist auf höhere Einnahmen zurückzuführen. Im Vergleich zur Hochrechnung vom Juni wird das Finanzierungsdefizit um 0,4 Milliarden höher geschätzt.

Tabelle: Resultat der Hochrechnung per 30. September 2025

Im ordentlichen Haushalt rechnet der Bund neu mit einem Finanzierungsüberschuss von 0,4 Milliarden Franken (Juni: 0,7 Mrd.). Die Schuldenbremse wird damit eingehalten. Die leichte Abwärtskorrektur gegenüber der Juni-Hochrechnung ist darauf zurückzuführen, dass die Einnahmen tiefer geschätzt werden.

  • Die Schätzung der ordentlichen Einnahmen wurde gegenüber der Juni-Hochrechnung um 0,9 Milliarden Franken nach unten korrigiert. Die Abwärtskorrektur ergibt sich aus tiefer geschätzten Einnahmen bei der Verrechnungssteuer (-0,9 Mrd.) und der direkten Bundessteuer (-0,2 Mrd.). Demgegenüber stehen Mehreinnahmen bei der Automobilsteuer und den Stempelabgaben von je rund 0,1 Milliarden. Im Vergleich zum Voranschlag fallen die ordentlichen Einnahmen weiterhin höher aus (+0,6 Mrd.).
  • Die ordentlichen Ausgaben werden im Vergleich zur Juni-Hochrechnung etwas niedriger erwartet (85,5 Mrd. statt 86,0 Mrd.), weil die Nachtragskredite tiefer ausfallen und die Kreditüberschreitungen tiefer eingeschätzt werden. Insgesamt dürften die ordentlichen Ausgaben 0,3 Milliarden Franken unter dem Voranschlag liegen.

Im ausserordentlichen Haushalt bleibt das erwartete Finanzierungsdefizit gegenüber Juni unverändert bei 0,9 Milliarden Franken.

  • Die ausserordentlichen Ausgaben werden unverändert auf 1,6 Milliarden Franken geschätzt. Sie entfallen zum einen auf den Kapitalzuschuss zur finanziellen Stabilisierung der SBB (850 Mio.). Dieser war für 2024 budgetiert worden, die Ausgaben fielen jedoch erst nach Ablauf der Referendumsfrist im Jahr 2025 an. Zum anderen fallen im Zusammenhang mit den Globalpauschalen für die Schutzsuchenden aus der Ukraine ausserordentliche Ausgaben an (700 Mio.).
  • Die ausserordentlichen Einnahmen werden unverändert auf 0,6 Milliarden Franken geschätzt. Sie beinhalten insbesondere den ausserordentlich verbuchten Teil der Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank SNB (333 Mio. von total 1 Mrd.). Zudem führt die Sonderzuweisung der SNB aus nicht umgetauschten Banknoten zu einmaligen Einnahmen (237 Mio.).

Bundeshaushalt spürt US-Zölle mit Verzögerung

Im laufenden Jahr sind noch keine einschneidenden Folgen der neuen US-Zölle auf die Bundesfinanzen zu erwarten. Abhängig von den Auswirkungen auf die weitere Konjunkturentwicklung dürften sich die Zölle ab 2026 insbesondere auf die Mehrwertsteuer auswirken. Weitere Effekte bei den Einnahmen sind mit grösserer zeitlicher Verzögerung zu erwarten.

Einordnung der Hochrechnung

Das Parlamentsgesetz sieht vor, dass der Bundesrat per 30. Juni und 30. September Hochrechnungen über das voraussichtliche Jahresergebnis erstellt und das Parlament darüber orientiert. Die Hochrechnung stellt eine Schätzung dar und ist entsprechend vorsichtig zu interpretieren.

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